1986
Ulf Zimmermann, TU-Projekt Dresden
Mit der Rekonstruktion eines Küchengebäudes in der Papiermaschienenfabrik Freiberg ging der Neuaufbau des Esseneinnahmebereiches einher. Dabei stellte der Bauherr sehr weitgefächerte Anforderungen in baulicher und funktioneller Hinsicht.
Pflanztröge in Kombination mit halbhoher Gitterverkleidung, feststehende Tische und Bänke grenzen die Randzone zum Ausgabetresen hin ab und bilden mit Stehleuchten intime Sitzbereiche. Raumhohe Mauerscheiben dienen als Koffer für die den Saal in drei Bereiche aufteilenden Schiebewände.
Die Stirnseite wird von einer künstlerisch gestalteten Faltwand akzentuiert. Weißer Graupelputz, Eichefurnier für die Holzelemente sowie gelber Farbanstrich für alle Metallteile und der Holzton der abgehängten Decke prägten die räumliche Ausformung. Im Gegensatz dazu wurde durch die dunkel gebeizten Holzteile, die Glasvitrinen und eine Spiegelkörperdecke im Beratungsraum eine repräsentative Raumwirkung erreicht.
Eine freundliche und heitere Atmosphäre sollte die größtenteils aus dem Produktionsbereich kommenden Essenteilnehmer im Speisesaal empfangen. Diese Zielstellung wurde auch mit der Integration von Werken der bildenden Kunst verfolgt.
Erwin Werner, Dresden, interpretiert mit seinen Keramikfiguren in humorvoller Form die Beziehungen von Mann und Frau. Dagegen macht Agathe Böttcher, Dresden, mit ihren Applikationen auf eine jahrhundertalte Tradition aufmerksam und regt zur Auseinandersetzung mit dem Material- und Farbwert der Komposition an.
© Ulf Zimmermann